Historisches Museum der Pfalz

Wenn die Gegenwart Geschichte schreibt

› Als die Ausstellung „Medicus — Die Macht des Wissens“ im Historischen Museum der Pfalz vergangenes Jahr in Speyer eröffnet wurde, konnte noch keiner ahnen, dass die Geschichte der Medizin nur wenige Monate später durch ein Kapitel fortgeschrieben werden würde, das massive Folgen für das öffentliche Leben und das Privatleben von Menschen auf der ganzen Welt mit sich bringen sollte. „Es ist schon fast eine Ironie des Schicksals, dass es uns bei der Konzeption der Schau auch darum ging, zu zeigen, dass es der Menschheit immer wieder gelungen ist, Krankheiten, Seuchen und große Epidemien zu besiegen“, erklärt Alexander Schubert, Direktor des Historischen Museums der Pfalz. „Und am 14. März musste das Museum wegen der Pandemie für fast ein halbes Jahr seine Pforten schließen.“
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Die Medicus-Ausstellung verwies bereits vor ihrer Corona-Zwangspause an vielen Stellen darauf, dass Gesichts- und Atemschutzmasken, Abstandsgebote und Quarantäneregeln keine Erfindungen der Neuzeit sind, sondern bereits vor hunderten von Jahren Ansteckungen vorbeugen sollten. Deshalb lag es nah, diese Querbezüge zur aktuellen Situation für die Wiedereröffnung der Ausstellung auszubauen. „Wir haben die Sommermonate dazu genutzt, um den Rundgang um elf ‚Corona-Stationen‘ zu erweitern, die sich auf unterschiedlichsten Ebenen dem Thema ‚Pandemie‘ nähern“, erläutert Schubert. Die grell grünen, dreidimensionalen Installationen ziehen sich einmal quer durch die Ausstellung und docken an den originären Erzählstrang an.

Ein Glossar zur Pandemie

„Für uns war interessant zu sehen, wie die Themen der Ausstellung — wie die Heil- und Pflegestätten des Mittelalters, historische Wundermittel im Kampf gegen Seuchen oder die Schuldzuweisungen für das Ausbrechen von unverstandenen Krankheiten wie der Pest — durch die aktuellen Bezüge eine neue, zusätzliche und vielleicht auch mitunter überraschende Perspektive erhalten.“ Die Stationen schlagen dabei einen Bogen zwischen der Historie und dem aktuellen Zeitgeschehen. Ein „Corona-Glossar“ mit den allgegenwärtigen Schlagwörtern der Pandemie führt dabei durch die Chronik der Ereignisse, erläuternde Texte erklären den historischen Kontext.
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    Von Coronabond bis Superspreader – die „Medicus“-Ausstellung präsentiert sich siet der Wiedereröffnung Anfang September …
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    … mit elf neuen Stationen zur aktuellen Pandemie, an denen das „Corona-Glossar“ …
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    … die zentralen Begriffe der Pandemie erklärt.
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Ergänzt wurde die Ausstellung zudem um neue Exponate aus der jüngsten Vergangenheit, die verschiedenste Facetten der Pandemie, des Lockdowns und des gesellschaftlichen Umgangs mit der Situation wiedergeben. Eine tragende Rolle spielt dabei der Mund-Nasen-Schutz als ikonisches und viel diskutiertes Objekt der Corona-Krise. Zahlreiche Personen des öffentlichen Lebens, beispielsweise Politiker*innen wie Malu Dreyer und Frank-Walter Steinmeier, aber auch der Bestsellerautor Noah Gordon, haben ihre privaten Masken für die Ausstellung zur Verfügung gestellt.

Mehr als 500 Exponate aus 5.000 Jahren

Ansonsten sind in der Ausstellung medizingeschichtliche und kunsthistorische Exponate aus 5.000 Jahren zus ehen, die erstmals überhaupt im Kontext einer Ausstellung zusammengeführt wurden. Mehr als 500 faszinierende Objekte und spannende Fundkomplexe schildern den Wandel der Medizin ausgehend von den antiken Kulturen in Ägypten, Mesopotamien, Griechenland und Rom über das Mittelalter bis hin zur Frühen Neuzeit. Zu den rund 50 namhaften Leihgebern aus dem In- und Ausland zählen die Uffizien in Florenz und der Pariser Louvre‹


Medicus — Die Macht des Wissens
bis 13. Juni 2021
Historisches Museum der Pfalz, Speyer
www.medicus-ausstellung.de
#MedicusAusstellungSpeyer
Bildnachweis:
Historisches Museum der Pfalz/Fotos: Carolin Breckle

Historisches Museum der Pfalz Speyer

Das Historische Museum der Pfalz sowie das Junge Museum stehen für interessante Ausstellungen, informative Wissensvermittlung und unterhaltsame Veranstaltungen. Besondere Highlights sind die Sonderausstellungen, die mit ihren vielen interaktiven Angeboten und spannenden Exponaten zahlreiche Besucher auch von außerhalb der Region anlocken. Ausstellungen wie „Titanic - Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“, „40 Jahre Playmobil“ oder „Detektive, Agenten & Spione“ gehören mit Besucherzahlen im sechsstelligen Bereich regelmäßig zu den erfolgreichsten Ausstellungen bundesweit. Darüber hinaus bieten die Sammlungsausstellungen einen faszinierenden Einblick in die Geschichte der Region — von der Urgeschichte über die römische Antike bis in die Neuzeit.
AdresseHistorisches Museum der Pfalz Speyer // Domplatz 4 // 67346 Speyer // Telefon: 06232 13250 // E-Mail: info@museum.speyer.de
ÖffnungszeitenDienstag bis Sonntag 10–18 Uhr
  • Das sollten Sie nicht verpassen

    Der Grüffelo – Endlich ist es so weit: „Der Grüffelo“, die Familien-Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz in Speyer, hat nach der Corona-Zwangs­pause wieder die Tore geöffnet. Die Schau erweckt den Kinderbuch-Helden und seine Gefährten zu neuem Leben und nimmt große und kleinen Besucher*innen mit auf eine Expedition durch das Grüffelo-Universum – inklusive Verkleiden, Ausprobieren und Mitmachen.
    Bis 27.06.2021,www.grueffelo-ausstellung.de
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