Ungewöhnliche Orte


Mit wehenden Fahnen stürmt Johanna d’Arc auf unserem Titel voran. Die Inszenierung ­„Johanna (to go)“ des Düsseldorfer Schauspielhauses ist im Juni bei den Internationalen Schillertagen zu sehen. Neben der überraschenden Aktualität des Stückes ist das Besondere an der Inszenierung, dass sie von Anfang an als mobile Produktion konzipiert war, um das Theater direkt zu den Menschen zu bringen. Und so ist es nur passend, dass „Johanna (to go)“ im Kulturhaus Käfertal zu sehen ist. Das Stück steht emblematisch für die diesjährigen Schillertage, die aus der Not aufgrund der Sanierung des Nationaltheaters eine Tugend gemacht haben, und neben dem Festivalzentrum auf Franklin an verschiedenen Orten in der Stadt spielen. ­Gleichzeitig zeigen sie damit einen Trend auf: Kunst und Kultur öffnen sich und kommen zu den Menschen. Bestes Beispiel dafür ist die BUGA 23, die ein ungewöhnlicher Ort per se ist und an die viele Akteure unserer Netzwerke anknüpfen – sei es die Kunsthalle Mannheim mit der Schau „1, 5 Grad“, das Denkfest oder die Reiss-Engelhorn-Museen mit der Ausstellung „Mannheim – Eiszeit, Klima, Wandel“ auf dem BUGA-Gelände. Mit frischen Formaten und einem neuen Festivalnamen neue Publikumsgruppen erschließen möchte auch Jagoda Marinić, seit diesem Jahr Leiterin der Heidelberger Literaturtage, die wir für diese Ausgabe interviewt haben. Und dann gibt es die Festivals, die schon immer von ihrer Idee offen und öffentlich waren: Das Internationale Straßentheaterfestival Ludwigshafen ist sicher das beste Beispiel hierfür, aber auch das Street-Art-Festival „Metropolink“ oder das Festival des deutschen Films, das die Ludwigshafener Parkinsel in ein „Volksfest der Kunst“ verwandelt. Sie sehen, es ist wieder viel los in der Kulturregion Rhein-Neckar. Lassen Sie sich überraschen und seien Sie mit dabei!

Ihr KULTURMAGAZIN-Team