Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz

"Es gibt nichts Wichtigeres als Netzwerke"

  • Thomas Metz hat die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz 13 Jahre lang geleitet.
Herr Metz, Sie haben vor 13 Jahren die Generaldirektion mitbegründet. Was war der Gedanke dahinter?
Thomas Metz: Ich war schon seit 1998 in der Kulturverwaltung des Landes tätig, als die Belange des Kulturellen Erbes noch dezentral organisiert waren. Seinerzeit war ich für den Bereich „Burgen und Altertümer“ zuständig. Während dieser Zeit ist im zuständigen Ministerium die Idee entstanden, dass es doch eine große Chance sein könnte, das gesamte kulturelle Erbe in einer Institution zu bündeln. Als Vorbild diente damals die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Die Generaldirektion Kulturelles Erbe haben wir dann als Großprojekt im Jahr 2007 verwirklicht — und zwar mit Erfolg. Seitdem sind die Direktionen der Landesarchäologie und der Landesdenkmalpflege, das Landesmuseum Mainz, das Rheinische Landesmuseum Trier, das Landesmuseum Koblenz und die Direktion Burgen, Schlösser, Altertümer sowie die Stabsstellen für zentrale Verwaltungs-, Marketing- und Bauaufgaben unter einem Dach versammelt.

Welche Vorteile ergeben sich aus einem solchen Konstrukt?
Metz: Wir haben dadurch unglaublich viele Synergien geschaffen. Zum einen ist es aus verwaltungstechnischer Sicht effizienter. Wir verfügen aber vor allem auch inhaltlich durch die Zusammenarbeit unserer vielen Experten und Expertinnen über eine Fachkompetenz, die das kulturelle Erbe des Landes Rheinland-Pfalz in all seinen Facetten vertritt.
  • Dr. Heike Otto, Leiterin der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz.
Frau Dr. Otto, war Ihnen denn die GDKE bereits ein Begriff?
Dr. Heike Otto: Ich kenne die Generaldirektion tatsächlich schon eine ganze Weile, genauer seit meiner Zeit als Geschäftsführerin des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz. Bereits im Jahr 2007 habe ich Thomas Metz kennengelernt und mitbekommen, dass es die Idee gibt, die Kompetenzen in einer Institution zu bündeln. Das war ein mutiger Schritt und ich muss sagen: ein Kompliment an dich, Thomas, dass du es geschafft hast, dass diese unterschiedlichen Direktionen inzwischen gut zusammenarbeiten und alle den Mehrwert erkannt haben, als großer gemeinsamer Player für die Kultur in Rheinland-Pfalz aufzutreten.

Was haben Sie sich für Ihren Anfang als Leiterin vorgenommen?
Otto: Die dringlichste Aufgabe — möglichst schnell in einen Austausch mit den Mitarbeiter*innen zu kommen — erschwert mir Corona gerade etwas. Doch wir versuchen alle, das Beste daraus zu machen. Außerdem ist es mir natürlich sehr wichtig, mich nicht nur intern auszutauschen, sondern auch extern Netzwerkarbeit zu betreiben wie etwa bei den Festivals, Museen und Schlössern der Kulturregion Rhein-Neckar. Ich freue mich darauf, mich in Zukunft hier einzubringen, denn ein solches Netzwerk über Landesgrenzen hinweg ist meines Wissens in dieser Form einzigartig. Ich halte es für eine sehr sinnvolle Idee, denn wir alle können voneinander lernen, teilen die gleichen Probleme und können gerade im Moment am besten gemeinsam bestehen. Netzwerke sind sehr wichtig.

Herr Metz, welche GDKE-Ausflugstipps können Sie den Lesern und Leserinnen geben?
Metz: Das ist schwer für mich, etwas herauszupicken. Natürlich sind die großen Burgen und Anlagen von besonderer Bedeutung. Für mich als Architekt war es sicher ein Highlight, die Erneuerung der Entrees z.B. bei der Hardenburg, den Trierer Kaiserthermen oder der Festung Ehrenbreitstein begleiten zu dürfen. Natürlich lege ich den Besuchern und Besucherinnen auch unsere Landesausstellungen dringend ans Herz, aktuell die „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“ mit einzigartigen Exponaten. Aber auch die Kleinode im Pfälzerwald, wo die GDKE Sorge für rund 45 Burgruinen trägt, sind eine Entdeckungstour wert und auch sehr Corona-konform: Viele dieser Ruinen können nämlich nur zu Fuß erwandert werden. ‹

Die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz ist eine obere Landesbehörde und unmittelbar dem Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur nachgeordnet. Zu den durch die GDKE betreuten Anlagen gehören unter anderem die Burg Trifels in Annweiler, die Dahner Burgen, Schloss Villa Ludwigshöhe in Edenkoben, die Trierer Römerbauten oder auch die Festung Ehrenbreitstein in Koblenz.
Mittelalterliche Netzwerke — Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa
Über fünf Jahrhunderte prägten Kaiser die Geschicke halb Europas. Sie waren glanzvolle Herrscher, Beauftragte Gottes, unerbittliche Feldherren und geschickte Politiker. Doch dies gelang ihnen nur im komplexen Zusammenspiel mit den Säulen ihrer Macht, mit weltlichen und geistlichen Fürsten, Bischöfen, jüdischen Gemeinden und Bürgern der erstarkten Städte. Erst diese Netzwerke ermöglichten die kaiserliche Herrschaft, die sich als einzigartig in der westlichen Christenheit verstand.
Die Landesausstellung stellt kaiserliche Persönlichkeiten im Kontext ihrer Zeit vor. Prunkvolle Handschriften und Zeugnisse erlesener Goldschmiedekunst, spektakuläre archäologische Funde und Urkunden, die Geschichte schrieben, vermitteln ein Bild von der herausragenden Stellung des Raums am Rhein. Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht. Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa, Landesmuseum Mainz

Hinweis: Zum Redaktionsschluss gab es noch keine Termine
für die Wiedereröffnung der Schau. Aktuelle Informationen finden Sie unter www.kaiser2020.de.
Bildnachweis:
© GDKE, Stefan Engel (Trifels); Radek Brunecky (Ausstellung); © GDKE Rheinland-Pfalz/Pfeuffer (Metz); Oliver Dietze (Otto)

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz

Unter dem Motto „Wir machen Geschichte lebendig!“ erforschen, sichern, sammeln und vermitteln die sechs Direktionen unter dem Dach der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) das Kulturelle Erbe des Bundeslandes. Ihren Sitz hat die Obere Landesbehörde, die direkt dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur nachgeordnet ist, in der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz. Zu den Liegenschaften und Denkmälern, für die die GDKE in der Metropolregion Rhein-Neckar zuständig ist, gehören das Schloss Villa Ludwigshöhe in Edenkoben, die Reichsburg Trifels in Annweiler und die Hardenburg in Bad Dürkheim. In Speyer ist eine Außenstelle der Landesarchäologie beheimatet, die unter anderem das „Archäologische Schaufenster“ betreibt.
AdresseGeneraldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz // Festung Ehrenbreitstein // 56077 Koblenz // Telefon: 0261 6675-0 (Zentrale)
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