Ludwigshafener Kultursommer

Zwischen Gemüsegarten und Druckerpresse

Auf den ersten Blick ist das Backsteingebäude mit der großen Glasfront in der Raschigstraße nicht sehr auffällig. Eine kupferrote Skulptur von Alex Bär auf der Wiese vorm Haus gibt einen Hinweis, dass dort kreativ gearbeitet wird. Dabei herrschte hier vor wenigen Jahren im wahrsten Sinne noch Hochspannung — das Gebäude diente als Umspannwerk des Ludwigshafener Energieversorgers TWL. Relikte aus dieser Zeit sind auch noch im Haus und um das Haus herum zu erkennen: Gräben, in denen die Starkstromleitungen verliefen, eine Schalttafel im Flur im Erdgeschoss, Isolatoren an der Hoffassade. Heute mischt sich hier Industriecharme mit Kunst — seit 2012 arbeiten Künstlerinnen und Künstler in einer ganz entspannten Atmosphäre zusammen.

„Es ist eine Oase der Ruhe“, erklärt Markus Stürmer in seinem lichtdurchfluteten Atelier im Erdgeschoss. „Wir können uns austauschen und werfen auch gegenseitig mal gerne einen Blick in die Ateliers der anderen.“ In Stürmers Werkstatt hängt der typische Geruch nach Farbe, an den Wänden sind große Leinwände. Der Ludwigshafener malt großformatige Acrylwerke, häufig zu politischen Themen. Am 22. Juni, beim Tag der offenen Ateliers, wird er Arbeiten aus dem Zyklus „Mehr Demokratie wagen!“ zeigen — und macht den Besucherinnen und Besuchern ein ganz besonderes Angebot. „Wer möchte, kann sich auch spontan von mir porträtieren lassen“, erklärt Stürmer.

Ebenfalls im Erdgeschoss haben Sonja Scherer, Armin Liebscher und Alex Bär ihre Ateliers. Zudem residiert hier das Künstlerkollektiv „Büro für angewandten Realismus“, während Wolfgang Vogel und Ulrich Thul im Keller ihre Räume haben. Am Tag der offenen Tür zeigen sie alle ihre aktuellen Arbeiten.

Armin Liebscher und Sonja Scherer kümmern sich auch um den Garten rund um das Atelierhaus. Große Kräuterbüsche stehen dort neben Blumen, die Gemüsebeete warten noch auf ihren Einsatz. „Hier ist ein wundervoller Ort, wenn wir mal Pause machen wollen“, berichtet Wolfgang Vogel. In seinem Atelierraum im Keller ist das Tageslicht eher spärlich, für seine Druckwerkstatt SLOWTYPE aber durchaus ausreichend. Und der Raum bietet Vogel noch einen weiteren Vorteil: „Meine alte FAG-Andruckpresse wiegt eine Tonne, die könnte ich aufgrund der Statik gar nicht überall aufstellen.“ Beim Tag der offenen Ateliers können die Gäste in seiner Druckwerkstatt nicht nur alte Pressen, Werkzeuge und seine Arbeiten entdecken, sondern selbst kleine Drucke anfertigen und Atelierluft im besonderen Ambiente schnuppern. ‹

Tag der offenen Ateliers
22. Juni 2019, 13–18 Uhr,
Atelierhaus TWL Umspannwerk,
Raschigstraße 19a, Ludwigshafen
Bildnachweis:
Armin Liebscher

Ludwigshafener Kultursommer

TerminTag des Offenen Ateliers – 22. Juni 2019
AdresseStadt Ludwigshafen – Kulturbüro // Bahnhofstraße 30 // 67059 Ludwigshafen // Telefon: 0621 504-2263 // E-Mail: kulturbuero@ludwigshafen.de
facebooktwitterg+Mail