TECHNOSEUM

Mondsüchtig

› Neun Tage dauerte Apollo 11, der erste bemannte Flug mit Mondlandung, im Juli 1969. Die drei Bordcomputer der Landefähre besaßen damals ungefähr die Rechenleistung eines späteren Commodore 64 — und fielen beim Anflug auch noch allesamt aus. Dennoch glückte den US-amerikanischen Astronauten Neil Armstrong, Edwin „Buzz“ Aldrin und Michael Collins am 20. Juli 1969 die Mission — vor den Augen von etwa einer halbe Milliarde Menschen, die die Landung live im Fernsehen verfolgten.

Ein halbes Jahrhundert ist das nun her — Grund genug für das TECHNOSEUM in Kooperation mit dem SWR-Studio sowie dem Planetarium Mannheim, die Jubiläums-Nacht der Mondlandung zu einer Nacht der offenen Tür zu machen. Von 18 Uhr bis in die Nacht können die Besucherinnen und Besucher Sterne durchs Teleskop beobachten, sich mit Kurz-Führungen der Astronomie nähern und in der Mondbar im TECHNOSEUM den Blick über die Dächer Mannheims genießen. Im SWR-Studio ist zudem zu erleben, wie eine Sendung zustande kommt. Und zur Feier des Tages ist der Eintritt in die drei Häuser frei.

Vom Sputnik-Schock zum Weltraumschick

Das TECHNOSEUM verwahrt das wertvolle wissenschaftliche Inventar der Mannheimer Sternwarte — von Sextanten und Fernrohren über Erd- und Himmelsgloben bis hin zu Astrolabien und Planetenmodellen. Was es damit auf sich hat und wie zudem der Mannheimer Raketenpionier Julius Hatry auf die Idee kam, vor genau 90 Jahren den weltweit ersten Raketenflug durchzuführen, erfährt man in verschiedenen Kurz-Führungen ab 19 Uhr. Ein Blick auf Hatrys Raketenflugzeug zeigt, wie weit der Weg von dieser „RAK 1“ zu Apollo 11 noch war. Zwischen 20 und 22 Uhr zeigt das TECHNOSEUM zudem mehrmals den Stummfilm „Die Reise zum Mond“ (1902) von Georges Méliès. Der Kurzfilm wird musikalisch live untermalt mit der Kino-Orgel des Museums, die aus den 1920er-Jahren stammt und zu den wenigen noch funktionstüchtigen Kino-Orgeln Europas zählt. Das Besondere: Das Geräuschspektrum ist wesentlich größer als das herkömmlicher Pfeifenorgeln und umfasst auch Autohupen und Vogelgezwitscher. Kleine und große Mondfans können Rot-Cyan-Brillen sowie 3D-Weltraumhefte herstellen. Und eine kleine Ausstellung zeigt unter der Überschrift „Vom Sputnik-Schock zum Weltraumschick“ legendäre Astro-Objekte. Ein Muss ist die Mondbar des Museums. Bei einem Space-Cocktail und mit Blick über die Stadt kann man den Abend starten und ausklingen lassen.

Ein globales Medienereignis

Die Mondlandung 1969 war auch ein globales Medienereignis der Extraklasse. Passend dazu gibt das SWR-Studio Einblicke in die Arbeit bei Radio und Fernsehen. Reporter wie Techniker erklären die Handgriffe und Kniffe im Studio, und die Besucher können sich selbst vor die laufende Kamera stellen und die Wettervorhersage präsentieren. Im Kuppelsaal des Planetariums wird den Besucherinnen und Besuchern der Mond bei Live-Vorführungen zum Erdtrabanten und zu den Mondmissionen nähergebracht. Bei gutem Wetter kann man auf der großen Wiese mit den astronomischen Teleskopen des Planetariums einen Blick auf Sonne, Mond und Planeten riskieren. ‹

50 Jahre Mondlandung — Nacht der offenen Tür
20. Juli, ab 18 Uhr, Eintritt frei
TECHNOSEUM, Planetarium, SWR-Studio
www.technoseum.de
Bildnachweis:
Klaus Luginsland/TECHNOSEUM

TECHNOSEUM

Das TECHNOSEUM ist eines der großen Technikmuseen in Deutschland. Die Entwicklungen in Naturwissenschaften und Technik vom 18. Jahrhundert bis heute sowie der soziale und wirtschaftliche Wandel, den die Industrialisierung ausgelöst hat, sind Themen der Dauerausstellung. Maschinen werden nicht einfach gezeigt, sondern in Ensembles inszeniert, Vorführtechniker erklären Arbeitsabläufe und beantworten Fragen. Selbst aktiv werden darf man in der Experimentier-Ausstellung „Elementa“: Technische Erfindungen lassen sich hier durch eigenes Ausprobieren nacherleben. Mit Sonderausstellungen zu Themen aus Naturwissenschaften, Technik und Gesellschaft ist das Museum zugleich Forum für aktuelle Debatten. Komplettiert wird das Programm durch Vorträge, Workshops und spezielle Angebote für Kinder und Jugendliche.
TerminSA 20. bis SA 20. Juli 2019
AdresseTECHNOSEUM // Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim // Museumsstr. 1 // 68165 Mannheim // Telefon: 0621 4298-9 // E-Mail: info@technoseum.de
Öffnungszeiten9 bis 17 Uhr täglich
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