› „Meine Fotografie steht in direkter Verbindung zu Namibia — dem Land, in dem ich geboren wurde. In meiner Heimat habe ich das Privileg, dieselben Menschen und Regionen über Jahre hinweg immer wieder zu besuchen“, sagt die Fotografin Margaret Courtney-Clarke in einem Statement zur Ausstellung „Geographies of Drought“, die noch bis 5. Juli 2026 im ZEPHYR — Raum für Fotografie der Reiss-Engelhorn-Museen zu sehen ist. Die Fotografien der gezeigten Langzeitdokumentation gehen weit über die vertrauten Bilder hinaus, mit denen Namibia weltweit vermarktet wird. „Ich möchte mit meinen Fotografien den Betrachter provozieren und die visuellen Klischees infrage stellen“, erklärt Courtney-Clarke ihre Vorgehensweise. Anstelle touristischer Oberflächen zeigt sie die Realität eines Landes, das von Apartheid, einem 14-jährigen Grenzkrieg, Korruption und massiver Ungleichheit gezeichnet ist. Namibia ist zwar reich an natürlichen Ressourcen, dieser Reichtum kommt jedoch nur wenigen zugute. 85 Prozent des Landes sind durch Bergbaukonzessionen vergeben — ein Umstand, der wirtschaftliche Hoffnung verspricht und zugleich neue Formen der Ausbeutung begünstigt. Für viele Menschen bedeutet dies den Verlust ihrer Lebensgrundlagen. Gier und neokoloniale Interessen höhlen die sozialen Strukturen aus. Viele Menschen gelten als multidimensional arm, ohne Zugang zu Bildung, Gesundheit oder sanitärer Grundversorgung. Besonders stark betroffen sind die San, eine der ältesten Bevölkerungsgruppen des Landes, die bis heute unter Enteignung und struktureller Benachteiligung leiden. „Ich muss fotografieren, was niemand zu sehen scheint“, formuliert Courtney-Clarke ihr künstlerisches Anliegen.Inmitten dieser Gemengelage setzt den Menschen besonders der existenzielle Wassermangel in ihrem Land zu. Namibia gehört zu den trockensten Regionen der Erde, und der Klimawandel verschärft die Lage. Immer wieder musste die Regierung den Notstand ausrufen. Und so präsentiert Courtney-Clarke in „Geographies of Drought“ ein eindrucksvolles Panorama: unwirtliche Wüstenlandschaften, endlose Zäune und unterbrochene Zugangswege zu Wasser, aber auch die Menschen, die mit Würde und Einfallsreichtum mit der Natur um ihr Überleben ringen. ‹Margaret Courtney-Clarke
wurde 1949 in Swakopmund geboren. Nach ihrem Studium in Südafrika arbeitete sie über vier Jahrzehnte hinweg in Italien, den USA und zahlreichen afrikanischen Ländern. 1979 wurde sie von der Apartheid-Regierung zur Persona non grata erklärt; ihre Fotografien wurden beschlagnahmt. Nach der Unabhängigkeit kehrte sie in ihr Heimatland zurück. Ihre Arbeiten wurden weltweit in mehr als 200 Ausstellungen gezeigt. 2018 wurde sie von der Royal Photographic Society als eine der „Hundert Heldinnen der Fotografie“ ausgezeichnet.
Margaret Courtney-Clarke:Geographies of Drought
bis 05. Juli 2026, ZEPHYR — Raum für Fotografie, rem-Stiftungsmuseen C4,12
www.rem-mannheim.de
wurde 1949 in Swakopmund geboren. Nach ihrem Studium in Südafrika arbeitete sie über vier Jahrzehnte hinweg in Italien, den USA und zahlreichen afrikanischen Ländern. 1979 wurde sie von der Apartheid-Regierung zur Persona non grata erklärt; ihre Fotografien wurden beschlagnahmt. Nach der Unabhängigkeit kehrte sie in ihr Heimatland zurück. Ihre Arbeiten wurden weltweit in mehr als 200 Ausstellungen gezeigt. 2018 wurde sie von der Royal Photographic Society als eine der „Hundert Heldinnen der Fotografie“ ausgezeichnet.
Margaret Courtney-Clarke:Geographies of Drought
bis 05. Juli 2026, ZEPHYR — Raum für Fotografie, rem-Stiftungsmuseen C4,12
www.rem-mannheim.de
Bildnachweis:
Brakwater, 2019 © Margaret Courtney-ClarkeReiss-Engelhorn-Museen
Die Reiss-Engelhorn-Museen sind ein international agierender Museumsverbund mit vier Ausstellungshäusern im Herzen Mannheims. Ihr breites Sammlungsspektrum und ihre Sonderausstellungen vermitteln kulturgeschichtliche Vergangenheit und Gegenwart. Außerdem werden drei Forschungseinrichtungen betrieben. Mit all diesen Aktivitäten haben sich die Reiss-Engelhorn-Museen weit über die Region hinaus einen Namen gemacht.
Terminbis 5. Juli 2026
AdresseReiss-Engelhorn-Museen // Museum Weltkulturen D5 // 68159 Mannheim // Telefon: 0621 2933150 // E-Mail: reiss-engelhorn-museen@mannheim.de
ÖffnungszeitenDienstag bis Sonntag (auch an Feiertagen) 11–18 Uhr
Infoswww.rem-mannheim.de
