Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg

„Weltkino“! Immer aus der Provinz!

Filme gibt es wie Sand am Meer. Sie werden jährlich neu auf den Markt geworfen und suchen ihr Publikum. Das wiederum weiß nicht, woran es sich halten soll, und klammert sich deshalb gern an große Namen oder an die wenigen, angeblich derzeit ganz bedeutenden Einzelstücke, die man gesehen haben muss. Aber in Wahrheit lebt das Kino, lebt die Welt des Films davon, dass sich auf allen Kontinenten bis in die entlegensten Winkel der Erde hinein Künstler dieses Mediums annehmen, um ihre Geschichten zu erzählen — Geschichten aus ihrem Leben, getragen von Sehnsucht oder Wut, Verzweiflung und Hoffnung. Es gibt kein anderes Medium des Erzählens von fremdem Leben, das so hautnah in der Lage ist, uns in fremde Kulturen zu entführen wie das des Films. Vorausgesetzt, jemand meint es ernst mit seiner Geschichte, persönlich ernst, so persönlich verbindlich, wie sich das gehört für den Film eines Autors. Die anderen Filme, bei deren Entstehung man den Regisseur auch mühelos mitten in den Dreharbeiten auswechseln kann, ohne dass dies irgendetwas ändern würde am Werk selbst, diese Industrie- filme ohne Handschrift, aber mit viel Spekulation darauf, dass sie möglichst weltweit an jedem Ort gleichermaßen verstanden werden, — diese Filme der unpersönlichen Art, die zerstören dagegen eher das, was der Autorenfilm so mühsam aufgebaut hat: die Glaubwürdigkeit in der Welt des Films. Denn das wirkliche „Weltkino“ ist immer eines der Provinzen. Es erlaubt dem Zuschauer, sich wirklich schlau zu machen, sinnlich schlau über den Zustand der Welt. Und diesem Kino für Menschen haben wir uns verschrieben, seit vielen Jahren.

Dr. Michael Kötz, Festivaldirektor
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    Ein Ort für Entdeckungen: Das Filmfestival präsentiert Weltkino jenseits von Hollywood, wie im vergangenen Jahr den iranischen Streifen "Jade Shariyar" ("Road to Shahriyar") …
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    … die japanisch-deutsch-französische Koproduktion "An" ("Kirschblüten und rote Bohnen") oder …
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    … oder das mexikanische Drama "La delgada líne amrilla" ("Die dünne gelbe Linie")


Wettbewerb der Newcomer
Das Internationale Filmfestival Mannheim- Heidelberg präsentiert in seinem Hauptprogramm Uraufführungen von Filmwerken junger Autoren aus aller Welt. Diese Filme werden von einem vierköpfigen Auswahlkomitee in einem aufwendigen Prozess sorgfältig ausgewählt aus Hunderten von Newcomerfilmen, nach denen weltweit recherchiert wird. Dank der über Jahrzehnte gewachsenen Beziehungen zu Produzenten, Filmkommissionen und Filmrechtehändlern gelingt dies trotz einer im Vergleich zur Konkurrenz bescheidenen finanziellen Ausstattung des Festivals. Und die Regisseure und Produzenten lieben es, nach Mannheim-Heidelberg eingeladen zu werden.

Weltkino, thematisch
Es gibt sie noch: die Zuschauer, die „Ästhetiken“ sammeln und Filme bestimmter, welt- bekannter Autoren sehen wollen, weil sie deren Stil schätzen oder lieben. Doch die Mehrheit der Besucher will Themen, sucht nach Geschichten, deren Inhalte ihnen für das eigene Leben wichtig sein könnten — wichtig und beeindruckend, sinnlich und klug, ergreifend und aufklärend. Sie wollen gemeinsam im großen Kinosaal auf Entdeckungsreise gehen. Und das können sie — im November 2016 in Mannheim und Heidelberg!

Mannheim Meeting Place
Zeitgleich zum Festival findet der MMP, der jährliche „Mannheim Meeting Place“, statt — als internationales Fachtreffen von erfahrenen und von Start-up-Filmproduzenten. Komplettiert wird der MMP durch Filmeinkäufer und Filmverkäufer, die sich für die Newcomerfilme des Programms interessieren. Das Branchentreffen wird vor allem wegen seiner intimen Atmosphäre geschätzt, die es den Branchenvertretern erlaubt, sich zu ver- netzen und hochkarätige Kontakte zu knüpfen. Nicht wenige Filmprojekte aus aller Welt haben beim MMP Gestalt angenommen.
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    Experte für Entdeckungen: Dr. Michael Kötz leitet seit 1992 das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg

Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg

Das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg genießt als Forum für junge Talente einen internationalen Ruf. Regisseure wie François Truffaut, Wim Wenders, Rainer Werner Fassbinder, Krzysztof Kieslowski, Jim Jarmusch, Lars von Trier oder später Thomas Vinterberg, Frédéric Fonteyne, Guillaume Nicloux, Derek Cianfrance, Hong Sang-soo starteten in Mannheim- Heidelberg ihre Weltkarrieren. Neben rund 60.000 Besuchern kommen jedes Jahr etwa 1.000 internationale Gäste aus der Filmbranche. Dazu gehören Journalisten, Sales Agents, Verleiher und Produzenten.
TerminFR 04. bis SA 19. November 2016
AdresseInternationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg // Collini-Center, Galerie // 68161 Mannheim // Telefon: 0621 102943 // E-Mail: info@iffmh.de
SpielorteMannheim: Stadthaus & At­lantis-Kino, Heidelberg: Mark-Twain-Village
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