Biennale für aktuelle Fotografie

Mach’s gut, Fotografie!

› „Die Fotografie ist tot, es lebe die Fotografie!“ Getreu diesem Motto verabschiedet die erste „Biennale für aktuelle Fotografie“ mit der Ausstellung „Farewell Photography“ ihren Gegenstand. „‚Farewell Photography‘ versteht sich als eine Bestandsaufnahme der aktuellen Bilder, fern jeglicher Nostalgie, aber getragen von einer großen Zuneigung zur Fotografie“, erläutert Florian Ebner, der gemeinsam mit Christin Müller das sechsköpfige Kuratorenteam leitet. „Es ist eine Art Abschied, nicht ohne produktiv nach dem Gestern und Morgen zu fragen.“ Den aktuellen Umbruch der Bildkulturen begreift das Kuratorenteam als Chance, die Fotografie einer kritischen Betrachtung zu unterziehen und sie neu zu definieren.

Die Fotografie im Zeitalter der Algorithmen

„Die Ausstellung widmet sich den sozialen und künstlerischen Gebrauchsweisen des Mediums im Zeitalter der ‚networked images‘“, ergänzt Christin Müller. „Algorithmen und Programme organisieren und beeinflussen die Erscheinungsformen, Orte und Verbreitung von Fotografie. Das Verhältnis zwischen Fotograf und Fotografiertem, Betrachter und Gesellschaft wird neu ausgehandelt.“
  • Die Fotografie ist tot, es lebe die Fotografie! – Die Biennale für zeitgenössicshe Fotografie zeigt aktuelle Positionen von Künstlern wir Arwed Messmer Stammheim-Serie …
  • Merle Krögers und Philip Scheffners Projektion "Havarie" oder …
  • oder "Reset/Résidus #3" von Pétrel I Roumagnac.
„Farewell Photography“ wird in sieben Ausstellungskapiteln präsentiert. Wie der angekündigte Abschied von der klassischen Fotografie aussieht, untersuchen zwei Ausstellungen im Wilhelm-Hack-Museum. In der Sammlung Prinzhorn steht der Moment des Fotografiertwerdens anhand historischer Patientenfotografien aus der Sammlung im Fokus. Im Kunstverein Ludwigshafen werden unter anderem Bilder aus Fotoalben ehemaliger „Gastarbeiter“ zu sehen sein, die ihr neues Lebensumfeld in der Rhein-Neckar-Region mit der Kamera dokumentiert haben.

Widerständige Bilder

Zwei weitere Kapitel stellen das politische Potenzial der Fotografie zur Diskussion. Unter dem Titel „Widerständige Bilder“ wird im Heidelberger Kunstverein das fotografische Bild als Mittel des Widerstands, aber auch der Kontrolle thematisiert. Im ZEPHYR fragt eine Ausstellung, was eine Fotografie über die Haltung der Autoren hinter der Kamera verrät. Den Fokus auf das Private legt die Ausstellung im Port25. Hier geht es ums Teilen und Sammeln von privaten Bildern in den sozialen Medien.

Der fotografische Bestand der Kunsthalle Mannheim ist darüber hinaus Ausgangspunkt für eine neue Arbeit des österreichischen Fotografen Arno Gisinger, der das mehr als 7.000 Bilder umfassende Glasplatten-Archiv mit historischen Aufnahmen in den öffentlichen Raum übertragen und damit sichtbar machen wird. ‹

Biennale für aktuelle Fotografie

Die Biennale für aktuelle Fotografie präsentiert alle zwei Jahre aktuelle Positionen von Fotografinnen und Fotografen, Künstlern und Künstlerinnen. Sie ist dabei als städteübergreifendes Projekt mit insgesamt sieben Ausstellungsorten in den Städten Ludwigsahfen, Mannheim und Heildeberg angelegt. Die Biennale wird von jeweils wechselnden Kuratoren/Kuratorinnen oder Kuratorenteam konzipiert. In disem Jahr steht sie unter dem Titel „Farewell Photography“ und untersucht die tiefgreifenden Umbrüche, die mit Internet und digitale Fotografie, mit dem Verschwinden des physischen Fotos und dem „Flüssigwerden“ der Bilder einhergehen. Die Biennale für aktuelle Fotografie wird 2017 von einem Expertenteam um Florian Ebner (Museum Folkwang, Essen) und Christin Müller (freie Kuratorin, Leipzig) kuratiert, dazu gehören Fabian Knierim, Boaz Levin, Kerstin Meincke und Kathrin Schönegg.
TerminSA 09. September bis SO 05. November 2017
AdresseBiennale für aktuelle Fotografie e.V. // E 4,6 // 68159 Mannheim // E-Mail: info@biennalefotografie.de
SpielorteLudwigshafen: Wilhelm-Hack-Museum, Kunstverein // Mannheim: ZEPHYR – Raum für Fotografie, Port25 – Raum für Gegenwartskunst, Kunsthalle (Außenraum) // Heidelberg: ­Museum Sammlung Prinzhorn, Kunstverein
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