Historisches Museum der Pfalz

Behind the Scenes

› „Happy Birthday, Mr. President“ — das wahrscheinlich berühmteste Geburtstagsständchen der Welt, ein vom Wind erfasster Rocksaum, blonde Wasserwellen und rote Lippen, lockerleichte Hollywoodklassiker, außerdem ein früher und sagenumwobener Tod: An Assoziationen mangelt es beim Namen Marilyn Monroe wohl kaum einem. Trotzdem, so möchte die Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz zeigen, wären da noch einige unbekannte Geschichten, die es über die Filmikone zu erzählen gibt.

Norma Jeane und die Sudiobosse
Die Ausstellung widmet sich in rund 20 Kapiteln dem Leben der Filmlegende, die unter dem bürgerlichen Namen Norma Jeane Baker 1926 in Los Angeles geboren wurde. Highlights der Präsentation sind dabei rund 300 Gegenstände aus dem Nachlass der Monroe und von Zeitzeugen: Kleidungsstücke, Accessoires, ihr letzter Jahresplaner, Bücher aus ihrem Besitz. Fast könnte man meinen, Marilyn selbst hätte ihr Hab und Gut gerade eben noch benutzt. Präsentiert werden diese Originalstücke eingebettet in Themenräume, die einen zeitgeschichtlichen Kontext liefern. Sie beschäftigen sich etwa mit dem Einfluss des Kinos der 1930er-Jahre, den Idolen der Norma Jeane oder den Machismen der Studiobosse in den Fünfzigern.

Alles andere als ein blndes Dummchen
Der zeitgeschichtliche Kontext war den Ausstellungsmachern besonders wichtig: Er soll die Begebenheiten und Entscheidungen illustrieren, die zeigen, dass die Monroe eben nicht das blonde Dummchen war, auf das sie immer wieder reduziert wurde, sondern dass sie im männerdominierten und von Diskriminierung geprägten Hollywood der 50er-Jahre Pionierarbeit leistete. Um nur zwei Beispiele zu nennen: Die ewig gleichen Rollen leid, gründete sie 1955 die „Marilyn Monroe Productions“ — ihre eigene Filmproduktionsfirma, die ihr mehr Einfluss auf die Drehbücher ermöglichte. Nachdem die Branche kollektiv den Kopf schüttelte, bewies sie mit Filmen wie „Bus Stop“, dass MM Productions durchaus als Konkurrenz ernst genommen werden musste.
  • Erfolgsmodell. Diesen Schuh trug Marilyn Monroe im Januar 1955 anlässlich des Pressetermins zur Gründung ihrer eigenen Produktionsfirma Marilyn Monroe Productions.
Im gleichen Jahr erkämpfte sie für die schwarze Sängerin Ella Fitzgerald ein Auftrittsrecht im legendären Nachtclub „Mocambo“, in dem auch Frank Sinatra performte und in dem Clark Gable, Charlie Chaplin und Tony Curtis ein und aus gingen. Der Besitzer ließ sich erst auf den Deal ein, als Monroe ihm zusicherte, bei einer Vielzahl von Auftritten Fitzgeralds zugegen zu sein, und ihm erlaubte, dies publik zu machen. ‹

Marilyn Monroe. Die Unbekannte
16. Dezember 2018 bis 16. Juni 2019
Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr (an Feiertagen auch montags)
www.marilyn-ausstellung.de
Bildnachweis:
Aufmacher: Filmszene aus „Bus Stop“, 1956, Foto: Milton Green © Ted Stampfer; Inhalt: Monroes Schuh © Ted Stampfer

Historisches Museum der Pfalz Speyer

Das Historische Museum der Pfalz sowie das Junge Museum stehen für interessante Ausstellungen, informative Wissensvermittlung und unterhaltsame Veranstaltungen. Besondere Highlights sind die Sonderausstellungen, die mit ihren vielen interaktiven Angeboten und spannenden Exponaten zahlreiche Besucher auch von außerhalb der Region anlocken. Ausstellungen wie „Titanic - Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“, „40 Jahre Playmobil“ oder „Detektive, Agenten & Spione“ gehören mit Besucherzahlen im sechsstelligen Bereich regelmäßig zu den erfolgreichsten Ausstellungen bundesweit. Darüber hinaus bieten die Sammlungsausstellungen einen faszinierenden Einblick in die Geschichte der Region — von der Urgeschichte über die römische Antike bis in die Neuzeit.
AdresseHistorisches Museum der Pfalz Speyer // Domplatz 4 // 67346 Speyer // Telefon: 06232 13250 // E-Mail: info@museum.speyer.de
ÖffnungszeitenDienstag bis Sonntag 10–18 Uhr
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